Karneval Stabil daobi

„Stabil daobi“ ließ es schon mal krachen

Seppenrade – 100 Jahre ist die Karnevalsgesellschaft „Stabil daobi“ in diesem Jahr alt. Aber zum alten Eisen gehören die Karnevalisten noch längst nicht. Zwar feiern sie erst im „stillen“ Monat November ihr Jubiläum, gestern ließen sie es jedoch trotzdem schon mal richtig krachen, als mit der Rosenmontagssitzung im Festzelt das große Finale des Seppenrader Karnevals über die Bühne ging.

Warum sie noch nicht zum alten Eisen gehören? Die Karnevalisten haben Mut, einmal etwas Neues zu machen. Beispielsweise den Beginn der Veranstaltung um eine Stunde nach hinten zu schieben. Damit hatten sie natürlich auch auf mehr Besucher gehofft. Dieser Wunsch mag vielleicht nicht ganz in Erfüllung gegangen sein. Aber diejenigen, die erst zum Abtanzen den Weg ins Zelt fanden, verpassten ein Programm, das den nicht ganz billigen Eintrittspreis wert war. Dabei bewiesen die Organisatoren auch Innovationsfreude, denn zu einer klassischen Sitzung gehören auch Büttenreden. Und die fehlten gestern. Vermisst wurden sie nicht. Dafür gab es andere Highlights. So startete das Programm beispielsweise mit den „Müllmännern“: Die Rhythmiker des Spielmannszuges machten aus Mülleimern Schlagzeuge. Wer meint „Spielmannszüge“ sind von gestern, hat den Zug der Zeit verpasst.

Die Tanzgruppen waren gestern einmal wieder das Salz in der karnevalistischen Suppe. Sowohl die Ambossfunken der gastgebenden Karnevalsgesellschaft, als auch die Tetekumer Funken demonstrierten mit Garde- und Showtänzen in fantasievollen Kostümen, dass sie den Sommer über nicht gefaulenzt hatten – eine Augenweide. Zum großen Finale musste sogar der Elferrat auf die Bühne – da wurden die Männer mal richtig flott gemacht. „Hol mal einer den Arzt“, schnaufte Präsident Ludger Stegt, der wieder routiniert durchs Programm führte, nach seiner Tanzeinlage.

Die Rosenmontags-Sitzung hat schon viele auswärtige Künstler gesehen – das „Duo Naseweiss“ dürfte jedoch als die wohl vielseitigsten Gäste in die 100-jährige Geschichte der Gesellschaft eingehen. Comedy, , Artistik, Show, Gesang und Slapstick. Martin Bruders und Frajo Ligmann aus Aachen beherrschten die gesamte Palette. „Dröge“ waren „Tante Luise und Herr Kurt“ nur auf den ersten Blick, dann entwickelten die beiden ungewöhnlichen Akteure trockenen Humor und ungeahnte Akrobatik. Wer dann noch auf den Stühlen saß, dem war auch nicht mehr zu helfen. Spätestens „Die Landeier“ mit ihrem eigentümlichen Mix aus Rock, Schlager und Volksmusik brachten die Narren auf die Stühle.

VON WERNER STORKSBERGER, LÜDINGHAUSEN

Quelle: Westfälische Nachrichten