Landesdelegiertentagung

„Musik führt Menschen zusammen“

Seppenrade (mib). „1,3 Millionen Laienmusiker, unter ihnen 400.000 Jugendliche, sind ein großer Machtfaktor. Daher muss die Politik das Ehrenamt besser behandeln als das Profitum“, forderte Siegfried Kauder, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musik-Verbände und Mitglied des Deutschen Bundestages, auf der 74. Delegiertentagung des LandesMusik-Verbandes NRW, die im Vereinsheim des Spielmannszuges „Klingendes Spiel“ in Seppenrade stattfand. Rund 150 Musikzüge aus NRW, davon auch einige aus dem Kreis Coesfeld, wurden bei dieser Tagung vertreten.

Mit einer Diashow stellte der Gastgeber seinen Verein sowie Seppenrade und Lüdinghausen den Vereinsvertretern vor, bevor Peter Mork, Vorsitzender des Landesverbandes aus Essen, die Gäste begrüßte. Richard Borgmann, Lüdinghauser Bürgermeister, hieß die Musiker im Namen der Stadt und des Seppenrader Spielmannszuges im Rosendorf willkommen. „Musik führt Menschen zusammen. Diese Tagung ist eine Ehre für unsere Stadt und ein Lohn für die gute Arbeit des Spielmannszuges“, so Borgmann.

BDMV-Präsident Siegfried Kauder war eigens aus Berlin angereist, um sich und seine Arbeit den Delegierten vorzustellen. „Bei diesem schönen Wetter hätten Sie lieber in Ihren Städten shoppen gehen können. Sie aber kommen dafür Ihrem ehrenamtlichen Engagement nach“, sagte Kauder, der sich in seinen Ausführungen als Mann seines Faches zeigte. So hat er in seiner kurzen Amtszeit bereits Gespräche mit der GEMA oder der Künstlersozialkasse geführt, mit denen die Musikvereine so ihre Probleme haben. „Der Verwaltungsaufwand mit diesen Institutionen ist immens. Selbst für mich als Jurist ist Vieles oft unverständlich. Wie sollen die Vereinsvorstände damit fertig werden?“, fragte Kauder, der die Musikjugend ein großes Vorbild für andere nannte und den Vereinen seine weitere Unterstützung zusagte.

Die umfangreiche Tagesordnung der Versammlung wurde zügig über die Bühne gebracht. Der Vorstand um Peter Mork wurde wiedergewählt. Ein wichtiger Beschluss war die Gründung eines Gremiums auf Landesebene, das über die Schwierigkeit von Musikstücken entscheiden soll. Dafür war in der Vergangenheit der Bundesvorstand zuständig. Die 75. Delegiertentagung 2012 wurde nach Köln-Worringen vergeben.

VON MICHAEL BEER 

Quelle: Westfälische Nachrichten

Karneval Stabil daobi

„Stabil daobi“ ließ es schon mal krachen

Seppenrade – 100 Jahre ist die Karnevalsgesellschaft „Stabil daobi“ in diesem Jahr alt. Aber zum alten Eisen gehören die Karnevalisten noch längst nicht. Zwar feiern sie erst im „stillen“ Monat November ihr Jubiläum, gestern ließen sie es jedoch trotzdem schon mal richtig krachen, als mit der Rosenmontagssitzung im Festzelt das große Finale des Seppenrader Karnevals über die Bühne ging.

Warum sie noch nicht zum alten Eisen gehören? Die Karnevalisten haben Mut, einmal etwas Neues zu machen. Beispielsweise den Beginn der Veranstaltung um eine Stunde nach hinten zu schieben. Damit hatten sie natürlich auch auf mehr Besucher gehofft. Dieser Wunsch mag vielleicht nicht ganz in Erfüllung gegangen sein. Aber diejenigen, die erst zum Abtanzen den Weg ins Zelt fanden, verpassten ein Programm, das den nicht ganz billigen Eintrittspreis wert war. Dabei bewiesen die Organisatoren auch Innovationsfreude, denn zu einer klassischen Sitzung gehören auch Büttenreden. Und die fehlten gestern. Vermisst wurden sie nicht. Dafür gab es andere Highlights. So startete das Programm beispielsweise mit den „Müllmännern“: Die Rhythmiker des Spielmannszuges machten aus Mülleimern Schlagzeuge. Wer meint „Spielmannszüge“ sind von gestern, hat den Zug der Zeit verpasst.

Die Tanzgruppen waren gestern einmal wieder das Salz in der karnevalistischen Suppe. Sowohl die Ambossfunken der gastgebenden Karnevalsgesellschaft, als auch die Tetekumer Funken demonstrierten mit Garde- und Showtänzen in fantasievollen Kostümen, dass sie den Sommer über nicht gefaulenzt hatten – eine Augenweide. Zum großen Finale musste sogar der Elferrat auf die Bühne – da wurden die Männer mal richtig flott gemacht. „Hol mal einer den Arzt“, schnaufte Präsident Ludger Stegt, der wieder routiniert durchs Programm führte, nach seiner Tanzeinlage.

Die Rosenmontags-Sitzung hat schon viele auswärtige Künstler gesehen – das „Duo Naseweiss“ dürfte jedoch als die wohl vielseitigsten Gäste in die 100-jährige Geschichte der Gesellschaft eingehen. Comedy, , Artistik, Show, Gesang und Slapstick. Martin Bruders und Frajo Ligmann aus Aachen beherrschten die gesamte Palette. „Dröge“ waren „Tante Luise und Herr Kurt“ nur auf den ersten Blick, dann entwickelten die beiden ungewöhnlichen Akteure trockenen Humor und ungeahnte Akrobatik. Wer dann noch auf den Stühlen saß, dem war auch nicht mehr zu helfen. Spätestens „Die Landeier“ mit ihrem eigentümlichen Mix aus Rock, Schlager und Volksmusik brachten die Narren auf die Stühle.

VON WERNER STORKSBERGER, LÜDINGHAUSEN

Quelle: Westfälische Nachrichten

Karneval Umzug Seppenrade

Kamelle fliegen reichlich beim Kinder-Umzug in Seppenrade

Seppenrade – Nach der Frauenpower an Weiberfastnacht haben am Sonntag die Kinder die Macht im Seppenrader Karneval übernommen. Bei kaltem, aber sonnigem Wetter begann das bunte Treiben im Rosendorf mit einem Umzug durchs Dorf und setzte sich mit einem Unterhaltungsprogramm im beheizten Festzelt auf dem alten Sportgelände fort.

Bevor sich der Umzug an der Dülmener Straße in Fahrt setzte, mussten das Kinderprinzenpaar, Prinz Luke und Prinzessin Anne, sowie die beiden Funken Sarah und Johanna, ein Radiointerview geben. Das machten sie ebenso mit Bravour wie anschließend das Kamellewerfen von ihrem Prinzenwagen aus.

Viele Besucher säumten die Straßen, als der närrische Lindwurm mit dem Dorfpolizisten, den Dorfmusikanten, dem Kegelclub „Dass Letzte“ als Müllmänner, dem Spielmannszug als Schulkinder, dem Elferrat von „Stabil daobi“, den Ambossfunken, Tanzgruppen der Tetekumer Karnevalisten „Ümmes de Ollen“ oder einer Fußgruppe des St.-Dionysius-Kindergartens in ihren farbigen Kostümen für Stimmung auf den Straßen sorgten.

Im Festzelt angekommen, wurden die kleinen und großen Karnevalisten von Präsident Ludger Stegt willkommen geheißen. Für den richtigen Schwung sorgten die „Tetekumer Funken“, die „Tetekumer Minifunken“ sowie die „Ambossfunken“, die bei ihren Tanzdarbietungen die Bühne zum Beben brachten. Ob Dioxin-Eier, das endlich wieder geöffnete Hallenbad, der Kunstrasenplatz des SC Union und seine Probleme oder die Siepen im Rosengarten, bei seiner Proklamation ließ das Kinderprinzenpaar kein Problem aus.

Dass ein Hund auch rechnen kann und gerne küsst, zeigte Komiker Florin mit sein Hund Cato. Die Kinder hatten beim Auftritt der beiden ebenso ihren Spaß wie anschließend bei der Clownzauberin „Jini“, die immer wieder Mädchen und Jungen aus dem Publikum auf die Bühne holte, die sie bei ihren Zaubertricks unterstützten. Auch nach dem offiziellen Programm stand „Jini“ bei den Kleinen im Mittelpunkt, denen sie viele „Ballonkünste“ zeigte. Die Eltern vergnügten sich derweil beim gemütlichen Frühschoppen.

Am heutigen Rosenmontag beginnt die große Prunksitzung im Festzelt um 15.11 Uhr. Ein Spitzenprogramm mit heimischen und anderen bekannten Künstlern wartet auf die Besucher. Zum Kehraus spielt ab 18 Uhr die Gruppe „Motion“ zum Tanz auf.

VON MICHAEL BEER 

Quelle: Westfälische Nachrichten

Jahreshauptversammlung

Spielleute freuen sich über „Heimspiele“

Lüdinghausen – „Warum gibt es kaum noch Einladungen anderer Musikvereine zu Wettstreiten?“ Mit dieser Frage befasste sich der Spielmannszug „Klingendes Spiel“ bei seiner Jahreshauptversammlung am Samstag. Auf der Delegiertenversammlung des Landesverbandes, die am 9. April im Vereinsheim in Seppenrade stattfindet, wollen die Seppenrader Musiker dieses Thema auf die Tagesordnung setzen lassen.

Entsprechend spärlich fiel der Bericht von Geschäftsführer Martin Hülk nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Klaus Bücker aus. Auswärtige Spielverpflichtungen waren die Landesmeisterschaft in Buldern, bei der ein guter dritter Platz belegt wurde, zwei Auftritte in Dülmen und die Teilnahme am Musikfest der BSG in Nordkirchen. Bei den meisten Veranstaltungen im Dorf dagegen waren die Spielleute gern gesehene musikalische Gäste.

Über die gute Ausbildung des Nachwuchses informierte Ann-Kathrin Westrup, die musikalische Leiterin. Höhepunkte in diesem Jahr sind der Landesorchesterwettbewerb am 15. und 16. Oktober in Paderborn sowie das „Konzert für Senegal“, das mit den Dorfmusikanten, der Bigband aus Ascheberg und dem Gospelchor am 9. Mai im Rosengarten über die Bühne geht. Unterstützt werden die Musiker bei der Durchführung von der Feuerwehr.

Die Anschaffungen neuer Instrumente und Uniformen sowie der wetterbedingte Ausfall des Weihnachtstanzes schlug sich im umfangreichen Zahlenwerk von Kassierer Franz-Josef Tintrup nieder. Dass der Verein trotzdem auf finanziell gesunden Füßen steht, bestätigten die Kassenprüfer. Nach der Aufnahme von Carolin Bergmann, Lisa Heckmann und Thorsten Bräutigam in die Seniorengruppe, erteilte die Versammlung dem Vorstand einstimmig die Entlastung. Die bisherige Vorstandsriege wird den Verein auch im neuen Jahr führen, da Klaus Bücker als Vorsitzender, Sebastian Stimberg als sein Stellvertreter, Martin Hülk als Geschäftsführer mit Benedikt Lütke Volksbeck als Stellvertreter, Franz-Josef Tintrup und Werner Niehues als Kassierer sowie die Beisitzer Kerstin Becker und Barbara Medding in ihren Ämtern bestätigt wurden. Walter Niehues, Herbert Niehues und Ann-Kathrin Westrup gehören als Tambourmajore dem Vorstand automatisch an. Andrea Hülk und Lena Niehues werden die Kasse prüfen.

Nach eingehender Diskussion beschloss die Versammlung, nach vielen Jahren erstmals wieder die Mitgliedsbeiträge moderat zu erhöhen.

Recht umfangreich ist der Terminplan für das neue Jahr. Der ausgefallene Weihnachtstanz soll am 13. Februar durch eine „Schneeparty“ im Zelt auf dem Festplatz ersetzt werden. Beim Karneval sind die Spielleute am 27. Februar in Leversum sowie beim Kinderkarneval am 6. März dabei. Am 24. April steht die „Schlagerparty“ beim Ostertanz im Festzelt und eine Woche später der „Tanz in den Mai“ am 30. April im Vereinsheim auf dem Programm. Beim Freundschaftstreffen des Spielmannszuges und der Brass Band in Lüdinghausen (17. Juli), spielt das „Klingende Spiel“ ebenso auf wie eine Woche später beim Jubiläumsfest der Hüwelgemeinschaft (22./23. Juli), beim Festumzug zur 700-Jahrfeier der Stadt Dülmen (24. Juli), beim Schützenfest der Struckgemeinschaft (3. September) und zum 100-jährigen Geburtstag der Karnevalsgesellschaft „Stabil daobi“ am 6. November. Hinzu kommen das Schützenfest in Emkum-Reckelsum, das Volksfest, der Martinszug, der Volkstrauertag und zum Jahresabschluss der Weihnachtstanz.

Nach der harmonischen Versammlung waren die Partner der Musiker zu einem gemeinsamen Abendessen geladen. Klaus Bücker ließ im Verlauf des Abends das vergangene Jahr in einem kleinen Film noch einmal Revue passieren.

VON MICHAEL BEER 

Quelle: Westfälische Nachrichten

Weihnachtstanz fällt aus

Festzelt bricht unter der Schneelast zusammen

Seppenrade – Außer Spesen nichts gewesen: Unter der Schneelast brach in der Nacht zu Heilig Abend das Zelt zusammen, in dem am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages eigentlich der traditionelle Weihnachtstanz des Spielmannszuges Klingendes Spiel stattfinden sollte. Daraus wurde natürlich nichts. Der Spielmannszug sagte die Veranstaltung verständlicherweise ab. Die Weihnachtsparty soll auf jeden Fall nachgeholt werden. Der Termin steht allerdings noch nicht fest. Es ist übrigens nicht die erste Veranstaltung des Spielmannszuges, bei der die Veranstalter vor den Naturgewalten kapitulieren mussten. Vor einigen Jahren wurde das Festzelt vom Sturm regelrecht wegggeweht.

Quelle: Westfälische Nachrichten

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